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Kundgebung auf Einladung der Kirche in Chemnitz
02 Sept. 2018
„Wir in Chemnitz – aufeinander hören, miteinander handeln“
CHEMNITZ – Mit einer Versammlung auf dem Chemnitzer Neumarkt vor dem Rathaus wollte die evangelisch-lutherische Kirche am Sonntagnachmittag ein Angebot schaffen, um gegen Hass und Gewalt ein respektvolles Miteinander in der Stadt anzumahnen. Unter dem Motto „Wir in Chemnitz – aufeinander hören, miteinander handeln“ suchten die Organisatoren den Schulterschluss mit der Stadt Chemnitz, anderen Konfessionen und Religionen sowie Vertretern von Einrichtungen, Vereinen und Verbänden aus Gesellschaft und Kultur.
Zur Versammlung kamen rund 1.000 Bürgerinnen und Bürger, die ein Zeichen setzen wollten für Gewaltlosigkeit, Respekt, Problembewusstsein, für Dialog, Demokratie, Recht und für Barmherzigkeit. Begleitet wurden die Redebeiträge von Superintendent Frank Manneschmidt und Pfarrer Stephan Brenner, der die Kundgebung angemeldet hatte, musikalisch durch Posaunenchor, Chor- und Instrumentalmusik auf der Bühne. Grußworte gab es gleich zu Beginn von Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig und von Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer.
Für Landesbischof Dr. Carsten Rentzing erfordere es Mut, die notwendige Zuversicht zu behalten, auch wenn das nach all den Ereignissen in Chemnitz schwer fallen möge. Zudem erfordere es Mut, Anstand und Würde zu bewahren, auch wenn Zorn über sinnlose Gewalt das Herz erfülle. „Es erfordere Mut den Botschaften des Hasses und der Unbarmherzigkeit immer wieder die Botschaft der Versöhnung entgegen zu halten“, sagte der Landesbischof in Chemnitz. Bereits vor genau einer Woche war er mit seinem katholischen Amtskollegen zum Ökumenischen Gottesdienst aus Anlass der 875-jahr-Feierlichkeiten in der Stadt.
Im Gegensatz zu den vergangenen Tagen verlief diese Veranstaltung auf dem Markt ruhig und sie wurde von manchen als bewegend erlebt. So gab es keine Störungen oder plakative Provokationen. Das Konzept einer friedlichen Demonstration für mehr Respekt und Würde zeigte auch, wie es anders gehen kann in einer Stadt, die sich als modern und weltoffen versteht.