Alle Nachrichten

Nachricht

Bereich

Rückblicke auf die Kastenordnung


12 Juni 2023

Werkstatt-Tag, Dauerausstellung und heitere Betrachtung                                

LEISNIG – Mit einem vom Kirchenbezirk Leisnig-Oschatz ausgerichteten Werkstatt-Tag mit Podiumsdiskussion in der Leisniger Matthäikirche wurde an die im Jahre 1523 eingeführte Kastenordnung erinnert. In Gesprächen und Workshops wurde der Frage nachgegangen, welche Anregungen diese frühe Kirchenordnung, die der Kirchenfinanzierung, aber auch der Armenfürsorge dienen sollte, auch für die heutige Zeit geben könne. Nicht zuletzt die Nutzung und der Erhalt von Kirchen oder Versammlungsräumen als Treffpunkte der Gemeinde, aber auch die diakonische Verantwortung im sozialen Kontext wurden angesprochen. Im Leisniger Stadtgut, ein Museum im historischen Gebäude unweit der Matthäikirche, widmet sich u.a. der Reformationsgeschichte, der Leisniger Kastenordnung, der Leisniger Kirchenmusik und der Stadtgeschichte. Hier befindet sich ein alter Kasten, ähnlich einer Truhe, wie er früher auch für das Kirchengeld zur Aufbewahrung diente.

Die Leisniger Kastenordnung

Mit der Wittenberger Reformation verlor das Kloster Buch als geistliches und wirtschaftliches Zentrum zunehmend an Bedeutung. Die Leisniger wandten sich als Christen und Bürger an Martin Luther mit der Bitte um Klärung der sich daraus ergebenden wichtigen Fragen und Probleme. Daraufhin besuchte Luther Leisnig und schrieb das Vorwort zur Leisniger Kastenordnung. Das Dokument regelt theologische, wirtschaftliche, kommunale und soziale Fragen. Die in der Dauerausstellung im Leisniger Stadtgut präsentierte Leisniger Kastenordnung erlangte als erste evangelische Sozialordnung weit über die Grenzen von Sachsen hinaus große Bedeutung. Sie ist heute ein wichtiges Zeugnis der frühen Reformation im städtischen Bereich. [Leisniger Stadtgut

Veranstaltung im Rahmen des Mittelsächsischen Kultursommers:

Das Stadtgut ist nicht nur musealer Ort, sondern ein Treffpunkt für unterschiedliche Veranstaltungen. So wird es am 17. Juni 2023 eine heitere Betrachtung der Leisniger Kastenordnung mit musikalischer Untermalung geben. Darin plaudert Birgit Lehmann, alias Kurfürstin Mutter Anna in den historischen Mauern mit Ihren Gästen. Nicht nur Birgit Lehmann schlüpft dabei erneut in ihre historische Robe und präsentiert Unterhaltsames und Wissenswertes aus vergangenen Zeiten. Launig und schwärmerisch, polternd und hellsichtig lässt sich auch Katharina von Bora (Irina Schädlich) über das Schaffen Ihres Gatten, den großen Reformator Martin Luther aus und wirft dabei einen besonderen Blick auf die Rolle der Frau in der der damaligen Zeit. Auch Johann von Staupitz (Hans Mühler), Martin Luthers enger Freund und Beichtvater, meldet sich zu Wort, um über sein Schaffen in der Leisniger Region zu berichten. Musikalisch untermalt wird die heitere Betrachtung der Leisniger Kastenordnung durch Schüler der Musikschule Mittelsachsen. [MISKUS]

Teilen Sie diese Seite